20 März 2006

Feige oder Fake, Teil II

Nachdem ich ja aufgrund seiner ersten, sehr kurzfristigen Absage bereits vermutet hatte, es handele sich eh um einen Fake oder zumindest um einen Feigling, kam am Donnerstag ganz plötzlich eine SMS, ob wir uns nicht Freitag mittag treffen könnten. Da war wohl jemand ungeduldig und neugierig.

Aber nicht nur er, sondern auch ich wollte nun endlich wissen, wer da am anderen Ende der elektronischen Leitungen sitzt. Also machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Treffpunkt. Schnell gefunden:
Den ganzen Freitag morgen war ich nervös. Es begann damit, daß ich überlegte, was ich nun anzog. Lohnte es sich überhaupt, für dieses Date aus solch einer Entscheidung ein Ereignis zu machen? Und wenn ich es nicht tat, wie wäre es, wenn da der absolute Traumlover säße und ich ihm in Sack & Asche gegenüber träte. Okay, Kompromiß: Sportlich-leger - wie immer also, aber mit einem kleinen String, der unter Umständen aus der Hose blitzen könnte, aber eben nur könnte.

Die Nervosität steigerte sich ständig - sozusagen linear. Konzentration auf den Job war ausgesprochen schwierig. Dann endlich kam die Zeit, um mich auf den Weg zu machen. Unterwegs erreichte mich eine weitere SMS: Bin schon da! Huch, mein Herz sprang auf und raste los. Ich versuchte, wieder runterzukommen und einen heimlichen Vorab-Blick auf das Café-Innere zu erhaschen. Da saß er, direkt am Fenster, mit dem Rücken zu mir - den kannte ich ja schon. Also, Mut zusammengefaßt und rein.

Förmliche Begrüßung. Ja nichts überstürzen. Ihn irritierte es kurz.
Befremdlich war es zu Anfang schon. Auf den ersten Blick ist sein Gesicht sehr jung, ein wenig zu jung. Hatte mir sein Gesicht aussagekräftiger vorgestellt, doch das sollte noch kommen. Wir plauderten und smalltalkten. Bis die ersten kleinen vorsichtigen Komplimente so langsam das Eis brachen. Schließlich steckten wir mitten im Flirt.

Dann mein Handy. Nein, kein Cover. Sondern tatsächlich ein für mind. eine Stunde später angekündigter Besuch, der mir mitteilte, daß sie schon fast vor der Tür stünden. .oO(Nein, nicht jetzt, wo wir grad prickeln! Ich will noch nicht gehen!) Doch es ging nicht anders. Wir mußten uns nach einer viel zu kurzen halben Stunde wieder trennen. Ich nahm noch meinen ganzen Mut zusammen und küßte ihn - mit einem sehr süßen und nach mehr schmeckenden Echo. Das machte die Trennung zwar nicht leichter, aber versicherte uns, daß wir uns wiedersehen werden.

Ich ging von dannen und bemerkte in meiner Jeans doch tatsächlich schon eine kleine Reaktion auf diese zwei zärtlichen Küsse. Davon will ich mehr!

Kurze Zeit später kam wieder eine SMS: (...)Reizender String!(...) Den hatte ich völlig vergessen, doch er ihn wenigstens entdeckt. Schön!

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